Freitag, 14. August 2009

Vor 90 Jahren: Wie es zur Linie 3 kam


Die Anfänge der Linie 3, die zwischen 1928 und 1970 den Nordraum mit dem Rest der Welt verband, liegen justament 90 Jahre zurück.

»Es war im Jahre 1919, als der Reutlinger Gemeinderat den Vorschlag machte, die Vorarbeiten für eine elektrische Straßenbahn Reutlingen-Pliezhausen einzuleiten. Die Planung für den Konzessionsantrag 1919 sah vor, eine Vorortstraßenbahn vom Karlsplatz in Reutlingen aus über die Straße Unter den Linden und über die Rommelsbacher Straße hinaus durch Rommelsbach bis Oferdingen zu bauen.« Unterhalb des Dietweges nach links sollte zusätzlich eine Bahn nach Degerschlacht und Sickenhausen abzweigen. Nach der Neuordnung des Deutschen Reiches und des Übergangs der Württembergischen Staatsbahnen auf die Reichsbahn 1920 konnte man sich über die Erteilung einer Konzessionierung nicht einigen.«

Nach Verhandlungen zwischen Vertretern der betreffenden Vorortgemeinden und Vertretern des Gemeinderates Reutlingen hat dieser dann am 9. Juli 1926 beschlossen, eine Straßenbahn Reutlingen - Rommelsbach - Oferdingen - Altenburg mit einem Betriebshof in Oferdingen auf Kosten der Stadt Reutlingen zu bauen. Die Gesamtkosten der Bahn einschließlich Grunderwerb und Umbau der Gemeindestraßen wurden auf 1.120.000 Mark veranschlagt. Nach der Baugenehmigung am 2. September 1927 wurde im Frühjahr 1928 mit dem Streckenbau begonnen. Arbeitskräfte waren damals genug vorhanden, und so konnte schon Anfang Juli 1928 die Vollendung der gesamten Strecke Reutlingen-Altenburg gemeldet werden. Nach eonmgehender Prüfung der Anlage wurde als Tag der Betriebseröffnung der 1. August 1928 bestimmt. Der Betrieb der Bahn, die in ihrer Anlage genau 728.813,66 Mark gekostet hatte, lief von Anfang an so gut, daß im Januar 1929 zu der Erstausrüstung von vier Triebwagen und fünf Beiwagen noch ein Triebwagen und ein Beiwagen zusätzlich angeschafft werden mußten. 1945 wurde durch Bombenangriffe auch die Straßenbahn stark in Mitleidenschaft gezogen. Wohl konnten die Fahrzeuige durch die außerhalb der Stadt gelegenen Betriebshöfe vor Schaden bewahrt bleiben, jedoch wurde der Gleisbau Unter den Linden beschädigt. Ab Mai 1945 konnte der Straßenbahnbetrieb nach Altenburg wieder aufgenommen werden.«
Aus: "Altenburg - Vergangenheit und Gegenwart eines Reutlinger Stadtteils". Wir werden natürlich auch noch aus Rommelsbacher Quellen zitieren, ebenso aus denen der anderen "Stationen".

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